17.05.2006

Stark von Außen: Der Schritt nach vorne

Sorry, ich bin mit meiner Außenserie ein wenig in Verzug geraten, allerdings gab’s in den letzten Wochen im Tor viel für mich zu tun.
Auf jeden Fall kommt jetzt der nächste Schritt, und der ist wichtig: Es geht um den Schritt, den man als Torhüter dem Außenspieler in vielen Situationen entgegen gehen sollte, um den Winkel zu verkürzen.
 
¬ Die Ausgangsstellung ist klar: Man steht ungefähr eine Handbreit parallel vom Pfosten entfernt. Der Schritt nach vorne wird jetzt mit dem pfostennahen Bein begonnen. Das ist sehr wichtig, da dieses Bein das Standbein ist. Das andere Bein wird dann auf gleiche Höhe des pfostennahen Beins nachgezogen.
Der Schritt darf aber nicht einfach stur gerade nach vorne gemacht werden, sondern auf den Punkt am Kreis zu, an dem man den Absprung des Schützen vermutet. Das ist eine schwierige Sache, denn der Außenspieler springt ja nicht immer an der gleichen Stelle ab. Deshalb muss man genau beobachten, wie der Außen anläuft. Läuft er beispielsweise von der Ecke an, wird er vermutlich weit in Richtung Siebenmeter-Punkt springen. Das heißt für mich, dass ich meinen Schritt raus auch gleich ein Stück weiter in diese Richtung setze als bei einem Schützen, der von der Halb-Position kommt und dann von Außen schießt. Dieser wird nämlich sicher nicht mehr so weit einspringen können und eher Richtung Torlinie springen.
Eine große Rolle spielt natürlich auch, ob der Schütze Links- oder Rechtshänder ist und was für ein Typ Spieler er ist. Hält er seinen Arm immer extrem weit von sich gestreckt? Springt er meistens sehr weit ein? Macht er am liebsten Dreher oder Heber? Diese Beurteilung ist sehr wichtig, da viele Außen einen bestimmten Wurfablauf haben, der weitgehend immer gleich ist. Bei meinem Mannschaftskollegen Florian Kehrmann ist das anders. Er variiert schon beim Anlauf jedes Mal aufs Neue, so dass es für den Torhüter extrem schwer auszumachen ist, von welchem Punkt er abspringen wird.
Auch die Größe des Schrittes nach vorne hängt vom Spielertyp ab. Wenn der Außen oft und gut Heber macht, sollte der Schritt nicht zu groß sein, es sei denn, man will den Heber provozieren.
Das alles Entscheidende ist aber das Timing. Man darf den Schritt raus nicht zu früh machen, sonst kann sich der Schütze sehr früh und in aller Ruhe darauf einstellen, wo ich stehe. Wenn man zu spät raus kommt, ist man während des Wurfes noch in der Bewegung und kann nicht mehr richtig reagieren. Dieses Timing muss jeder für sich selbst finden, und das immer wieder.
Ihr seht, das Ganze ist ziemlich komplex. Allerdings kann euch euer Außen-Abwehrspieler die Sache ein wenig erleichtern. Der sollte seinen Gegenspieler am besten so wenig Platz wie möglich geben und ihn nach Außen abdrängen. Wichtig ist aber, dass er in dem Moment, in dem der Schütze abspringt, nicht mehr in das Geschehen eingreift, ihn also nicht beim Werfen behindert! Denn dann wird die Situation für den Torhüter noch schwieriger. Alles, was man versucht hat vorauszuahnen, verändert sich dadurch. Der Abwehrspieler tut dem Torhüter damit also keinen Gefallen.
So, das war’s von mir. Viel Erfolg beim nächsten Außen-Training und bis zum nächsten Schritt von Außen!

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Abwehrbereiter Torhüter im Handballtor.

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